Die SPD Burgwedel lehnt den Antrag der CDU Engensen aus der Ortsratssitzung in Engensen vom 30.04.2026 zur Vermarktung von Grundstücken im Baugebiet Saatkamp entschieden ab. Nach Auffassung der SPD würden damit dringend benötigte Flächen für bezahlbaren Wohnraum dauerhaft verloren gehen.

Konkret fordert die CDU Engensen, Flächen, die ursprünglich bewusst für Mietwohnungsbau beziehungsweise Reihen- und Mehrfamilienhäuser vorgesehen wurden, kurzfristig an private Bauherren zur Eigennutzung zu verkaufen. Begründet wird dies damit, dass bislang noch kein Investor gefunden wurde. Genau dieses Denken hält die SPD Burgwedel jedoch für kurzsichtig und fatal.

Denn mit einer solchen Entscheidung würden Flächen dauerhaft verloren gehen, die in Zukunft dringend für bezahlbaren Wohnraum benötigt werden.

Natürlich werden auch Baugrundstücke für Familien gesucht. Aber gerade deshalb wäre es ein Fehler, die wenigen Flächen, die ausdrücklich für Mietwohnungsbau vorgesehen sind, nun ebenfalls ausschließlich für Einfamilienhäuser aufzugeben. Das eigentliche Problem ist seit Jahren ein massiver Mangel an bezahlbaren Mietwohnungen. Gerade Menschen mit normalen Einkommen finden kaum noch Wohnraum: Erzieherinnen und Erzieher, Pflegekräfte, Beschäftigte im Einzelhandel, Alleinerziehende oder ältere Menschen, die ihr Haus aufgeben möchten und trotzdem in ihrem Ort wohnen bleiben wollen.

Gerade mit Blick auf den Krankenhausneubau in Großburgwedel verschärft sich dieses Problem weiter. Schon heute ist es schwierig, Fachkräfte für Pflege, Betreuung oder den sozialen Bereich zu gewinnen. Wer dringend benötigte Fachkräfte nach Burgwedel holen möchte, muss ihnen auch die Möglichkeit geben, hier bezahlbar wohnen zu können.

Denn viele dieser Menschen können sich kein Eigenheim leisten.

Viele Menschen pendeln täglich zum Arbeiten nach Burgwedel ein. Die Stadt profitiert wirtschaftlich davon – es wird aber zu wenig bezahlbarer Wohnraum für genau diese Menschen geschaffen.

Umso unverständlicher ist der CDU-Antrag aus Engensen. Denn die betreffenden Flächen wurden nicht zufällig für Mietwohnungsbau vorgesehen. Die Entscheidung dafür wurde politisch bewusst getroffen, um unterschiedliche Wohnformen zu ermöglichen und nicht ausschließlich teure Einfamilienhäuser entstehen zu lassen.

Besonders irritierend ist dabei, dass Teile der CDU nun offenbar ihre eigenen bisherigen Planungen infrage stellen. Während im Stadtrat bislang Einigkeit darüber bestand, in Neubaugebieten ausdrücklich auch Flächen für Mietwohnungsbau vorzusehen, soll dieses Ziel nun in Engensen plötzlich aufgegeben werden – offenbar nur, weil eine Vermarktung nicht sofort gelingt.

„Mich irritiert besonders, wie schnell die CDU Engensen bereit ist, beschlossene Planungen infrage zu stellen“, sagt Joachim Lücke, Ortsbürgermeister von Engensen. „Flächen für Mietwohnungsbau wurden bewusst vorgesehen, weil Burgwedel seit Jahren zu wenig bezahlbaren Wohnraum hat. Wer diese Grundstücke jetzt einfach verkauft, löst kein Problem – sondern schafft langfristig neue.“

Für die SPD zeigt das vor allem eines: Wie belastbar sind politische Zusagen eigentlich noch, wenn langfristige Planungen wieder zur Disposition gestellt werden?

Hinzu kommt, dass eine Umplanung nicht einfach per Zuruf möglich wäre. Nach den vorliegenden Informationen wären zusätzliche Erschließungsmaßnahmen sowie Änderungen des Bebauungsplans notwendig. Gleichzeitig würde die Fläche durch zusätzliche Straßen und Infrastruktur sogar kleiner werden.

Die SPD Burgwedel hält deshalb an dem ursprünglichen Ziel fest: Die Flächen im Saatkamp sollen für Mietwohnungsbau und bezahlbares Wohnen erhalten bleiben.

Dabei geht es ausdrücklich aber nicht nur um Engensen. Auch in anderen Ortschaften in Burgwedel, z.B. Kleinburgwedel, wurden in Neubaugebieten bewusst Flächen für Mietwohnungsbau vorgesehen. An dieser Planung soll festgehalten werden.

Wer heute vorschnell alle Grundstücke verkauft, nimmt Burgwedel dauerhaft die Möglichkeit, später noch auf den dringend benötigten Wohnraummangel zu reagieren.

Gerade weil die Ortschaften nur begrenzt wachsen dürfen, muss mit den vorhandenen Flächen verantwortungsvoll umgegangen werden. Jede Fläche, die heute leichtfertig aufgegeben wird, fehlt morgen unwiederbringlich.